Jagdliches Brauchtum

Jagdliches Brauchtum
King Henry und Anne Boleyn

King Henry und Anne Boleyn

Jagdliches Brauchtum bezieht sich auf die Gepflogenheiten und Verhaltensweisen der Jäger. Die sogenannte Jägersprache ist bei den Jägern untereinander selbstverständlich, nicht Jäger benötigen bei einer Unterhaltung von Jägern oftmals eine Übersetzung.

 

 

 

 

 

Jägergruß

Der typische Jägergruß ist „Waidmannsheil“, dieser Gruß wird aber auch als Glückwunsch zu einer gejagten Beute verwendet, worauf man unter Jägern mit einem „Waidmannsheil“ antwortet, obwohl dieser Dank auch als Antwort auf einen Gruß von einem Nichtjäger verwendet wird.

 

Jägerkleidung

Jägerkleidung

Jagdliche Bekleidung

Zum jagdlichen Brauchtum gehört auch die richtige Bekleidung. Die übliche Jagdkleidung wird zur Jagd, und auch bei Zusammenkünften getragen. Die jagdliche Bekleidung besteht in der Regel aus dem Jägerhut, an dem oft noch Jagdtrophäen befestigt sind, sowie aus grünen oder auch schwarzen Hosen. Die Jacke ist beim Jäger grün.

 

 

Die Jagdbekleidung richtet sich heutzutage allerdings nicht mehr nach dem ursprünglichen Brauchtum, sondern ist eher auf das Praktische abgestimmt. Allerdings ist bei Gesellschaftsjagden von der Berufsgenossenschaft eine Warnweste aus Sicherheitsgründen vorgeschrieben.

 

Jagdhörner und Jägerlieder

Jagdhorn

Jagdhorn

Nicht alle Jäger sind bei der Jagd mit einem Funkgerät oder Handy ausgestattet, so dass mit dem Jagdhorn weit zu hörende Signale zur Verständigung geblasen werden. Bei den Jagdhörnern handelt es sich meistens um eine Variante der Naturtrompete. Diese Trompeten wurden schon von den Ägyptern, Römern, Griechen und natürlich auch von den Germanen hauptsächlich zu militärischen oder liturgischen Anlässen benützt. Die Naturtrompeten haben keine eingebauten Ventile oderKlappen, weshalb die Töne auch nur in der Naturtonreihe hervorgebracht werden können. Mittlerweile werden die modernen Jagdhörner allerdings auch als Musikinstrument verwendet. Die Jägerlieder wrden hauptsächlich an Jägerabenden oder nach dem Schlüsseltreiben gesungen. Vor allem studentische Jagdberbände und Chöre halten die Tradition von den Jagdliedern noch aktuell.

 

Jägerlatein

Otto von Bismarck

Otto von Bismarck

Schon Otto von Bismarck prägte das Jägerlatein mit dem Spruch: „„Es wird nie so viel gelogen wie vor der Wahl, während des Krieges und nach der Jagd.“ Wer schon einmal bei einer Unterhaltung von Jägern untereinander zuhören konnte, hat sicherlich schon nach einigen Minuten festgestellt, dass bei den Erzählungen maßlos übertrieben wird. Vor allem was die Größe und die Anzahl der erlegten Tiere angeht, wird von den Jägern extrem übertrieben geschildert. Der Inhalt von den Erzählungen im sogenannten Jägerlatein ist zwar denkbar, stimmt aber nicht. Die Geschichten dürfen nicht gelogen sein, und werden mit dem typischen anekdotenhaften und vor allem witzigen Charakter erzählt. Wichtig beim Jägerlatein ist, dass man die Unwahrheit trotz allem noch erkennen kann.

Waidgeschrei

Zum Jägerlatein gehört auch unbedingt das Waidgeschrei. Bei der Ehrung von Kameraden oder bei einer Versammlung wird von den Jägern das Waidgeschrei mit einem lauten „Horrido“-Schrei angestimmt, worauf die anderen Jäger genauso laut mit „Johoo“ antworten. Horrido ist in der Jägersprache ein alter Gruß und wird auch als Jagdruf benützt. Das für Laien unbegreifliche Wort stammt vom Hetzruf des Rudelführers bei Treibjagden ab, um die Jagdhunde anzufeuern. Das Wort Horrido wird dreimal gerufen, worauf im Anschluss oft ein gemeinsames Jägerlied und Trinksprüche erfolgen.

 

Lockinstrumente für die Jagd

Lockinstrumente für die Jagd

Jagdgerichte und das bekannte Schüsseltreiben sind ein weiteres Brauchtum bei den Jägern. Vor allem nach Gesellschaftsjagden findet man sich zu einem gemeinsamen Essen ein.

 

Videos:

Videos zum Thema jagdliches Brauchtum

Wildschweine in freier Natur

Wildschschweine werden im jagdlichen Brauchtum unter anderem auch als Schwarzwild bezeichnet.

Signal “Sau tot”

Das Signal “Sau tot” wurde geblasen, wenn die Jäger eine Sau oder einen Eber erlegen konnten,

Signal “Hirsch tot”

Das Signal “Hirsch tot” wurde geblasen, wenn die Jäger einen Hirsch zur Strecke bringen konnten.

Bildquellen:

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Distintivo_de_Ca%C3%A7ador.png

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:BismarckArbeitszimmer1886.jpg

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Lockinstrumente_f%C3%BCr_die_Jagd.JPG

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:King_Henry_and_Anne_Boleyn_Deer_shooting_in_Windsor_Forest.jpg

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hunter_in_Italy_Stavoli_2008_1004.JPG

 

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